Samstag, 28. Oktober 2006
schnizzl, 01:47h
das forschungsdesiderat dieses textes - wie im übrigen der überschrift schon zu entnehmen - ist die totale sinnlosigkeit.
es ist nicht etwa so, wie die suizidale position der lebensforschung es uns nahe legt, dass etwa alles sinnlos wäre. diese radikale these ist leicht zu widerlegen: sinn zu konstruieren ist eigentlich einfach. der mensch ist in vielen situationen in der lage sich ziele zu setzen und diese zu verfolgen, was dann als sinnvolles handeln zu betrachten wäre.wie entsteht nun aber sinnlosigkeit. die gemeine sinnlosigkeit entsteht, wenn kein ziel gesetzt werden kann, da es möglicherweise an entscheidungskraft oder kreativität mangelt. abhilfe ist bei der gemeinen sinnlosigkeit leicht geschaffen: ein buch lesen.
die totale sinnlosigkeit hingegen entsteht dann, wenn die ziele bestimmt sind, aber bewußseinsexterne ursachen eine zielverfolgung verunmöglichen. dies können zum beispiel biologisch bedingte zwischenzustände sein, die das bewußtsein zermürben. ein solcher zustand -in dem ich mich gerade befinde- entsteht zum beispiel dann, wenn physische erschöpftheit mit dem physischen hyperwachzustand zusammenfallen. kurz, der geist ist willig, aber die augen schmerzen von den leuchtstoffröhren des bildschirms. ruhe und entspannung erscheinen als probates mittel dieses dilemma zu beseitigen, aber was passiert, wenn nun soziokulturelle hindernisse zusätzlich die situation verkomplizieren? es gibt situationen, in denen entspannung gesellschaftlich "fehl am platz" erscheint. zum beispiel: freitag abend sich um 10 ins bett legen. dass kann man eigentlich nicht einmal machen, wenn man die jugend schon hinter sich gelassen hat. freitag abend bedeutet nämlich: die werktage sind vorbei und das ganze wochenende liegt bereit zur freizeitgestaltung. hin und her gerissen von den verschiedenen imperativen entsteht die totale sinnlosigkeit! wenn es soweit erstmal gekommen ist, bleibt einzig der versuch der bewußtseinsbetäubung - beispielsweise mit gin-cola...
weitere fallstudien wären notwendig um auf diesem bereich zu einer elaborierten theorie zu gelangen, können aber an dieser stelle nicht dargeboten werden. further research is required!
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