Samstag, 9. Dezember 2006
mitten in der großstadt berlin und mitten im terrorkiez neukölln hat sich weitgehend unbemerkt ein biotop seltener tiere gebildet: bei karstadt am hermannplatz.
man könnte vermuten, es handele sich hierbei um eine langweilige tierhandlung, wie überall auf der welt. aber hierbei handelt es sich eher um einen marktintegrierten zoo! wer kauft denn mitten in berlin ein ara-pärchen? und selbst wenn man es kaufen wollte, ein preisschild ist nicht auszumachen. auch andere tiere können nicht gekauft werden, sondern dienen dem anschein nach eher als zoologisches prestige-objekt als der maximierung des karstadt-umsatzes.
so zum beipiel die drei halb depressiven "roten oskars", auch pfauenaugenbuntbarsch genannt. ihr aquarium befindet sich versteckt ganz hinten in der ecke zwischen den wasserpflanzen und den guppies. drei prachtexemplare bahnen sich ihren weg durch die deko-steinlandschaft. vom verkauf ausgeschlossen, kann man am aquarium lesen. vielleicht auch besser so, denn wie man im fischlexikon nachlesen kann, sind sie sehr aggressiv.
ob es den tieren hier im allgemeinen ganz gut geht? sie gehen ganz gut aus... noch?! denn welche eidechsen-seele erträgt das ewige gegen die scheibe geklopfe? welcher gelbhaubenkakadu hat noch nicht darüber nachgedacht den gaffern den finger abzuknipsen, wenn sie ihn mal wieder durchs gitter recken? und wie können es die goldhamster noch ertragen, dass sich alle über ihre großgeschwollenen testikel amüsieren?
fazit: es ist nur noch eine frage der zeit, bis sie aus ihren käfigen ausbrechen werden und wie in jumanji die gesamte stadt verwüsten...

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